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INHALT

Ausgabe Juni
Heft 03/2001
Leider vergriffen!
Mobilität im Mittelalter
Das Mittelalter ist fester Bestandteil aller Lehrpläne. Der Aspekt der Mobilität ermöglicht neue Zugänge zu dieser Epoche. Aus verschiedenen Perspektiven öffnet sich der Blick auf sozial-, wirtschafts- mentalitäts- und kulturgeschichtliche Zusammenhänge. So erscheint das Mittelalter keineswegs als eine Zeit der Erstarrung. Vielmehr erfahren es die ... mehr
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Immo Eberl
Überall Aufbruch und Wandel
Unterwegs im Mittelalter
Das Mittelalter gilt im Unterschied zu Antike und Neuzeit gemeinhin als Zeitalter des Stillstands und damit der "Bewegungslosigkeit". Gerade das Mittelalter aber war ein Zeitalter des Übergangs, in dem sich die Veränderungen der Neuzeit vorbereitet und teilweise bereits ausgeprägt haben.
Auf allen Gebieten lässt sich im Mittelalter Mobilität, d. h. Veränderung und Wandel, feststellen. Diese Gesamtdarstellung verschafft erstmals einen Überblick über die "Bewegung" in den verschiedenen Gebieten und würdigt sie in ihrer Gesamtbedeutung vor dem Hintergrund der politischen, sozialen, geistig-kulturellen und wirtschaftlichen Entwicklung des Mittelalters.
Hans Biedert
Diplomatischer Dienst und Seelenheil
Reisen und Pilgerfahrten im Mittelalter
Heute ist „Mobilität“ eine Selbstverständlichkeit.
Reisen über kurze oder weite Entfernungen zu Wasser, zu Lande und in der Luft sind aus beruflichen und aus privaten Gründen immer selbstverständlicher und unkomplizierter geworden. Auch im Mittelalter waren Menschen unterwegs, doch ihr Reisen war häufig verbunden mit großen Strapazen und überraschenden Erfahrungen. Dieser Beitrag stellt für den Unterricht zwei Reiseberichte vor. Sie schildern die zum Teil
abenteuerlichen Erlebnisse eines Diplomaten in Frankreich und eines Pilgers in Ägypten.
Hermann Zitzlsperger
Zwischen Duldung und Bedrohung
Jüdische Wanderbewegungen am Bodensee im Mittelalter
Der Euphemismus "jüdische Wanderbewegungen" vernachlässigt die tragischen und menschenverachtenden Umstände, die zur Vertreibung von Juden aus ihrer zeitlich befristeten Heimat führten. Die Auslösefaktoren für Übergriffe auf Juden reduzieren sich auf religiöse und auf niedere wirtschaftliche Beweggründe. Über zivilrechtliche Regelungen und Schutzprivilegien setzten sich die Herrscher durch Vertreibungsprivilegien und Verzeihbriefe hinweg.
Jan Koppmann
Kaufleute auf der Reise zwischen den Zeiten
Die Große Ravensburger Handelsgesellschaft (14.–16. Jahrhundert)
Aufstieg und Blüte der damals größten Fernhandelsfirma Deutschlands waren Ergebnisse einer neuen Mentalität, von Mobilität, Markt- und Gewinnorientierung. Die Ravensburger Fernhändler blieben gleichwohl dem Ideal eines frommen Christenmenschen verpflichtet.
Die Beschäftigung mit der Geschichte der Ravensburger Handelsgesellschaft bedeutet deshalb eine Reise zwischen den Welten des Mittelalters und der Neuzeit.
Erika Richter
"Leute fast ohne Ahnen"
Aufstieg und Niedergang der Ministerialen
Zwei Leitideen eröffnen den Zugang zu Aufstieg und Niedergang der Ministerialen: der Prozess einer erstaunlichen Mobilität in einem vermeintlich starren Ständesystem und der Machterhalt von Herrschaftsträgern (Könige, Bischöfe, Äbte) gegenüber einem allzu selbstbewussten Adel.
Peter Jentzsch
"Gewalt vert ûf der strâze"
Mobilität im Spiegel mittelalterlicher Dichtung
Der bewaffnete Reiter, der friedliche Transportkarren und das Rad der Fortuna: drei Bilder mittelalterlicher Mobilität. Sie zeigen räumliches Unterwegssein, aber auch politische und soziale Mobilität, Aufstieg und Fall menschlichen Erfolgsstrebens. Gerade das Rad symbolisiert die Ambivalenz der Mobilität und wird zum religiösen Mahnzeichen wider die Hybris. Erscheinungsweisen und Aspekte der realen Mobilität spiegeln sich allenthalben in mittelalterlicher Dichtung. Dieser Beitrag bietet praxiserprobte Beispiele für den fächerverbindenden Unterricht an.
Maria Würfel
Der "Große Aufbruch"
Bärtlinge und Konversen – Ordensfrauen und Beginen
Tausende Frauen und Männer unterschiedlicher sozialer Herkunft verließen zwischen dem 11. und dem 13. Jahrhundert die Welt ihrer Stände und bewiesen durch den Eintritt in Klöster oder Laienkonvente eine erstaunliche Mobilität.
Maria Würfel
Didaktisches Vorwort
"Mobilität im Mittelalter"
(K)ein Thema für den Unterricht
Scheinbar steht das Thema des Heftes nicht in den Lehrplänen. Tatsächlich aber greifen die Beispiele, die hier unter dem Aspekt der Bewegung erschlossen werden, auf traditionelle, teilweise als unverzichtbar geltenden Lehrplaninhalte zurück und bieten sich zum Teil auch für Unterrichtsprojekte und fächerübergreifenden Unterricht an.
Das Heft wird so zu einem unterrichtsnahen Begleiter auf dem Weg durch die Welt des Mittelalters und bei der Suche nach seinem Wesen.
Geschichte im Internet
ausgewählte, kommentierte Links zum Themenheft
die "besondere Website"
Wigbert Benz’ Online-Forum zum "Unternehmen Barbarossa 1941"
Wolfgang Bickel
Auf Spurensuche
Der Mönch – Auf der Suche nach der vollkommenen Lebensform
Die Frage, ob der Weg zu einer vollkommenen Lebensform über das Tätigsein oder über das Eindringen in die geistige Welt führt, hat auch die Menschen des Mittelalters bewegt. Die Darstellung eines Mönches im Kloster Eberbach eröffnet den Zugang zur Fragestellung und zu Antworten, die im
14. Jahrhundert gegeben wurden. Man wird feststellen, dass sie aktuell geblieben sind.
Gerhilde Fleischer
Geschichte vor Ort
"Wenn du aufbrechen willst, sollst du Gott um Hilfe bitten"
Berichte und Gedanken zum Jakobsweg
Die Motive für die Pilgerfahrt nach Santiago de Compostela haben sich seit dem Mittelalter bis zur Gegenwart nicht verändert: die Suche nach Sinn, nach Transzendenz und das Unterwegssein brachten und bringen bis heute Menschen aus der ganzen Welt zusammen auf den traditionsreichen Jakobsweg.