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Ausgabe Oktober
Heft 05/2003
Leider vergriffen!
Augustus
Die Person Augustus steht stellvertretend für ein Zeitalter. Eine gegenwartsbezogene Problematisierung ist bei dem augusteischen Prinzipat äußerst fruchtbar. Politisch prägte diese Herrschaftsform die nachfolgenden Jahrhunderte entscheidend. Auch für Kunst und Literatur war diese Epoche so ertragreich, dass ihre Nachwirkungen in der europäischen Ge... mehr
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Heinz-Peter Platen
Medienherrscher und Friedensfürst?
Die Aktualität des augusteischen Prinzipats
Vor der Aktualität römischer Herrschaft zur Zeit des Augustus können wir kaum die Augen verschließen. Die Repräsentationsformen politischer Herrschaft gewinnen immer mehr an augusteischer Qualität. Das aktuelle Politainment in westlichen Demokratien erinnert zunehmend an den antiken Meister der Selbstdarstellung, so dass sich für manchen Politikwissenschaftler schon die Frage stellt, inwiefern den gegenwärtigen Demokratien auch eine Metamorphose bevorsteht, wie sie die römischen Republik erfuhr.
Klaus Janssen
Provincia Germania?
Die Expansionspolitik des Augustus
Bei einer Beurteilung der Person des Augustus wird im Allgemeinen der Friedenskaiser betont, dem es nach jahrzehntelangen Bürgerkriegen gelang, dem Reich im Inneren eine lange Friedensphase zu sichern. Dagegen wird oft übersehen, dass er nach außen hin zahlreiche Kriege führte, in denen seine Feldherren große Erfolge erzielen konnten, aber auch schwere Niederlagen hinnehmen mussten. Ergebnis dieser Außenpolitik war eine deutliche Ausdehnung des Reiches bzw. seine verwaltungstechnische Absicherung durch die Schaffung oder Neuordnung von Provinzen. Diese Expansionspolitik des Augustus soll hier am Beispiel der Germanienpolitik behandelt werden.
Jürgen Rettberg
Der Blick zurück nach vorne
Ein „Goldenes Zeitalter“ schafft sich seine Vergangenheit
„Nichts können sich die Menschen von den Göttern noch weiter wünschen, nichts die Götter den Menschen noch gewähren ..., was nicht Augustus nach seiner Rückkehr in die Stadt dem Staat, dem römischen Volk und der Welt gegeben hat.“ Diese Vergötterung des ersten Princeps ist, wie folgende Unterrichtseinheit erarbeiten lässt, von Augustus selbst durch Wort- und Bildpropaganda angelegt worden.
Christoph R. Hatscher
Rom - Das „Haupt der Welt“
Zu Besuch im Rom der Kaiserzeit
Der Überlieferung nach fanden die Etrusker beim Bau des ersten Jupiter-Tempels auf dem Kapitol 509 v. Chr. einen menschlichen Totenschädel. Sie sahen darin einen Hinweis auf Roms spätere Position als Caput Mundi, als „Haupt der Welt“. Ein halbes Jahrtausend später war tatsächlich aus der Bauernsiedlung eine pulsierende Millionenstadt und das Zentrum eines Weltreichs geworden.
Claudia Lewark
Marcus Vipsanius Agrippa
Die rechte Hand des Augustus
„Selten (nur) haben sich herausragende Männer nicht tüchtiger Helfer bedient, um ihr Geschick zu lenken ..., wie der göttliche Augustus sich des M. Agrippa bediente und nächst diesem des Statilius Taurus, denen beiden der Stand eines ,homo novus' nicht hinderlich war, mehrere Konsulate und Triumphe sowie ziemlich viele Priesterämter zu erlangen. Denn große Aufgaben bedürfen tüchtiger Helfer“ (Velleius Paterculus, Historia Romana II, 127,1-2).
Annette Puckhaber
Livia Drusilla - Die Frau an der Seite von Augustus
Über 50 Jahre ist Augustus mit seiner dritten Frau Livia verheiratet. Sie wird zur ersten Frau im Staate, eine Stellung, die es in der Form während der Republik nicht gegeben hat. Es gibt kein Vorbild, sie füllt durch ihre Persönlichkeit diese Lücke. Am Beispiel der Person Livia will dieser Beitrag aufzeigen, dass schon in der Antike Frauen „Bedeutendes leisteten“ und Zeitgeist wie Zeitgeschmack entscheidend beeinflussten.
Michael Mause
Vom Bürgerkriegshelden zum Friedenskaiser?
Die Metamorphose des Octavian/Augustus
Innerhalb der Unterrichtseinheit „Von der Krise zur Neuordnung“ wandelt sich für Schülerinnen und Schüler Rom von der Republik zum Prinzipat. Dreh- und Angelpunkt in diesem Prozess ist Caesars Adoptivsohn Octavian, ein Bürgerkriegsheld, der sich zum Friedenskaiser zu wandeln scheint.
Karin Tietze
„Pax“ und „Pietas“
Säulen des augusteischen Programms
Bis in sein höchstes Alter genoss Augustus großes Ansehen. Als Princeps suchte er sein im Bürgerkrieg gegebenes Versprechen, allen „Frieden und Wohlstand“ zu bringen, zu erfüllen. Er wollte „der Schöpfer des besten Zustands sein“ (Sueton 28) und nutzte „die Macht der Bilder“ (Zanker) für sein politisches Programm.
Web-Tipp
Landeskundliches Schulprojekt zur politische Bildung:
Niederlande: http://www.niederlande-im-unterricht.de
Rainer Brieske
Praxis Tipp
Wohnzimmerarchäologie, oder: Grabe, wo Du sitzt (Teil 1).
Alltagsgegenständliche Quellen im Geschichtsunterricht
„Was ist für Schüler eigentlich historisch?“ Dieser Leitfrage folgend werden in einem zweiteiligen Beitrag gegenständliche Quellen für den Einsatz im Geschichtsunterricht vorgeschlagen, die aus der unmittelbaren Alltagswelt der Schüler und ihrer Familien kommen und somit auch „durch jede Klassenzimmertüre“ passen. Der zweite Teil erscheint in Praxis Geschichte H. 6/2003.
Katja Gorbahn
Auf Spurensuche
Maecenas - Der Erfinder des Mäzenatentums?
„Mäzen [nach Gaius Maecenas], der, -s/-e, bildungssprachlich für: vermögender Privatmann, der mit finanziellen Mitteln Künstler oder Sportler beziehungsweise Kunst, Kultur oder Sport fördert; begrifflich abgesetzt gegenüber dem Sponsor, der seine Förderung mit der Vermarktung eines Produkts verbindet.“ So liest man im Brockhaus von 1998 - vermarktet hat der Namensgeber der Mäzene jedoch sehr wohl, sein Produkt hieß Augustus und konzentriert hat er sich auf das Medium Literatur. Und überhaupt ist Förderung von Kunst und Kultur zu allen Zeiten nur in seltenen Fällen völlig selbstlos gewesen.