Sie befinden sich hier: /Aktuell/Inhalt Heft 06-04
INHALT

Ausgabe Dezember
Heft 06/2004
Leider vergriffen!
Napoleonische Ära
„Napoleon in (nur) fünf Stunden“? Diese Frage stellte sich allen Beteiligten bei der Sichtung der Lehrpläne und bei der konzeptionellen Gestaltung dieser Praxis Geschichte-Ausgabe. Die Anzahl der zur Verfügung stehenden Stunden ist auch bei diesem Thema (leider) sehr begrenzt. Angeboten werden sieben Bausteine, die einen inhaltlich und zeitlich ind... mehr
Online-Archiv
Hilfe und Informationen zum Download
Online-Archiv
Anmelden
Artikel kaufen
Hilfe zum Download
Jacques-Olivier Boudon
Napoleon und seine Zeit
„Als er lebte, verfehlte Napoleon die Welt, im Tod besitzt er sie“, schreibt Chateaubriand in seinen „Mémoires d'Outre Tombe“, in denen er ein Porträt des Kaisers malt, in dem sich Bewunderung für dessen Genie und Ablehnung seiner Taten mischen. Schon zu seinen Lebzeiten hat Napoleon die Leidenschaften erregt. Entweder man hasst ihn oder man bewundert ihn, aber niemanden lässt er kalt. Aber fern jeder Leidenschaft muss man zu verstehen suchen, wie dieser junge Offizier korsischer Herkunft sich so leicht der Macht in Frankreich hat bemächtigen können, ehe er sich zur Vorherrschaft in Europa aufschwang.
Elmar Wagener
Der „Kaiser der Franzosen“
Die Krönung Napoleons - von J.-L. David ins Bild gesetzt
„Auf die Einbildungskraft der Völker einwirken durch Mittel, welche auf sie die größte Wirkung haben“ (Presser, S. 192) - diesem Motto Napoleons entspricht Jacques-Louis Davids Bild „Die Weihe des Kaisers Napoleon I. und die Krönung der Kaiserin Josephine am 2. Dezember 1804 in der Kathedrale Notre-Dame zu Paris“ in höchstem Maße. Und genau deshalb gehört das Bild in das Zentrum einer Unterrichtseinheit über die „Napoleonische Ära“; in ihm ist nämlich einerseits einer der Eckpunkte der Geschichte des revolutionären Frankreichs, andererseits aber auch der Wendepunkt in die Übersteigerung des napoleonischen Machtanspruchs gefangen.
Klaus Fieberg
„Buonapartes Stuffenjahre“
Ein Spottbild aus dem Jahr 1814 als Ausgangspunkt einer Beschäftigung mit der Biografie Napoleons
Dieser Unterrichtsentwurf stellt das Konzept für eine Einstiegsstunde in eine Reihe zur Person und zur historischen Bedeutung Napoleons vor. Im Mittelpunkt stehen dabei die Arbeit mit einer zeitgenössischen Karikatur sowie die Erarbeitung von Sachtexten. Der Beitrag geht von der besonderen Wichtigkeit einer variationsreichen Beschäftigung mit Sachtexten im Geschichtsunterricht aus und stellt vor diesem Hintergrund dem Lehrer verschiedene Möglichkeiten des Umgangs mit dieser Textform vor.
Stefan Blank, Rainer Brieske, Tobias Krank, Elena Lepeniotis, Jan Robert Weber
Napoleons Weg in den Abgrund
Kontinentalsperre und Russlandfeldzug als Beispiele einer scheiternden Hegemonialpolitik
Als „Quelle aller möglichen Gewalttaten (...) schuf sie dem Kontinent viel mehr Leid als der Insel“, schreibt Golo Mann (S. 91) über die Wirkung der Kontinentalsperre und charakterisiert damit treffend die Konsequenzen von Napoleons Versuch, England wirtschaftlich in die Knie zu zwingen, da er das Inselreich militärisch nicht schlagen konnte. Was folgte, waren Kriege gegen Österreich, Spanien und Russland, wo Bonaparte sein Heer in eine militärische Katastrophe führte. Sein Scheitern kann heute Schülerinnen und Schülern als historisches Lehrstück für eine überdehnte Hegemonialpolitik gelten.
Florian Cebulla
Napoleon und Deutschland /
Das Königreich Westfalen - Modellstaat mit Verfassung
Das Königreich Westfalen währte als eine Neugründung Napoleons zwar nur von 1807 bis 1813. Am Beispiel dies „Modellstaates“ lassen sich jedoch die napoleonische Hegemonialpolitik und der modernisierende französische Einfluss für Deutschland vermitteln. Das Königreich hatte nicht nur eine Schlüsselposition im Rheinbund. Es verfügte auch über eine Verfassung, die den Bürgern gleiche Rechte und Rechtssicherheit nach dem Code Civil einräumte. Das Staatsgebilde hatte damit „Vorbildcharakter“ für die preußischen Reformen und die süddeutschen Staaten.
Ulrich Baumgärtner
Napoleon - „Halbgott" oder „Ungeheuer“?
Materialien zur historischen Urteilsbildung im Geschichtsunterricht
Menschenverachtender Eroberer oder genialer Feldherr, prinzipienloser Tyrann oder modernisierender Reformator - zwischen diesen Gegensätzen oszilliert das Spektrum der Wertungen über Napoleon. Als eine der umstrittensten Figuren der Weltgeschichte bietet Napoleon im Unterricht die Möglichkeit, anhand seiner Wirkungsgeschichte die Schülerinnen und Schüler für die Probleme der historischen Urteilsbildung zu sensibilisieren.
Armin Hemberger
„So schritt diese Kriegsmacht zertrümmernd durch Europa“
Napoleon - der Stratege
Die Mythen um Napoleon suggerieren, dass er, ein ungebildeter Artillerieoffizier, sein „strategisches Genie“ aus dem Nichts geschaffen habe, ohne Vorläufer und Vorbilder. Indes: Zwischen Napoleons Strategie und den taktischen Formen der Revolutionskriege gab es keine Zäsur. Seine militärischen Erfolge waren ohne die Neuerungen der Revolution nicht denkbar. - Dieser Unterrichtsentwurf zielt darauf ab, den Schülerinnen und Schülern die kriegerischen Aspekte der napoleonischen Herrschaft über Europa, ihre Voraussetzungen und Folgen zu verdeutlichen. Im Mittelpunkt stehen die Entwicklung der Armeen und die Schrecken des Krieges.
Wolfgang Bickel
„Gott schuf Buonaparte und ruhte sich aus“
Die Napoleon-Verehrung als exemplarisches Beispiel der Heldenverehrung
Die Verehrung seiner Person war fester Bestandteil der Politik Napoleons - sie ist mit der Überlieferung untrennbar verbunden. Die hier vorgelegten Dokumente sind geeignet, mit den Schülerinnen und Schülern die psychologischen Mechanismen der Verherrlichung von Führergestalten aufzudecken.
Armin Hemberger
Das hat Geschichte gemacht
„La Garde recule“
Waterloo - Anatomie eines Mythos
Am 18. Juni 1815 schlug Napoleon in Waterloo, 15 Kilometer vor den Toren Brüssels, seine letzte Schlacht. Seine Garde unterlag dort einer von Engländern und Preußen geführten alliierten Armee. Waterloo - das letzte Gemetzel - wurde zum Mythos. Das Schlachtfeld liegt unter einer so dicken Vergangenheitsschicht, dass viel weggeräumt werden muss, wenn man dieses Inferno rekonstruieren will, dem an einem Tag auf einer fünf Quadratkilometer großen Fläche 40 000 Soldaten und 10 000 Pferde zum Opfer fielen. Um das Ereignis nachzeichnen zu können, wird auf die Quellenarbeit des britischen Historikers John Keegan zurückgegriffen, der Regimentsberichte und Briefe untersucht hat, die Offiziere unter dem unmittelbaren Eindruck der Kämpfe schrieben: insgesamt 994 Dokumente.