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Ausgabe Juni
Heft 03/2005
Leider vergriffen!
„Geteiltes Land – geteiltes Leben?“
„Geteiltes Land - geteiltes Leben?“ - Dieser Frage gehen die Beiträge dieser Praxis Geschichte-Ausgabe zum Leben im geteilten Deutschland nach. Am Beispiel der Alltagsgeschichte werden die vielfältig verflochtenen Beziehungen und deutlichen Parallelen zwischen den Gesellschaften in beiden deutschen Staaten während der Teilung für einen vergleichend... mehr
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Dorothee Wierling
Leben im geteilten Deutschland
Eine Einführung
„Leben im geteilten Deutschland“ – das ist kein Thema, das nur der vergangenen Phase deutscher Zweistaatlichkeit zwischen 1949 und 1990 angehört. In vieler Hinsicht und für viele Menschen ist die deutsche Teilung in ihrer mentalen und
kulturellen Fundierung erst mit dem Ende dieser Zweistaatlichkeit offenbar geworden. Dieser einführende Beitrag steckt das Feld der gemeinsamen und unterschiedlichen
Prägungen durch das Leben in beiden deutschen Nachkriegsstaaten ab und formuliert Fragen nach Ausmaß, Inhalten und langfristigen Folgen dieser Lebenserfahrungen für kommende Generationen.
Ulrich Bongertmann
Deutschland 1949-1990
Didaktische Überlegungen und Basismaterialien
Die deutsch-deutsche Geschichte in der Zeit von 1949 bis 1990 besteht nicht nur aus
schwarz-weißen Kontrasten. Vielfältig verflochtene Beziehungen und deutliche Parallelen zwischen den beiden Gesellschaften während der 40-jährigen deutschen Teilung sind für einen vergleichenden Geschichtsunterricht noch zu entdecken.
Jan-Peter Stöckel
Ab in die Ferne!?
Urlaubsreisen in Ost und West
Es gehört zum Menschen, in die Ferne zu schweifen,
diese auf sich einwirken zu lassen und zu genießen.
„Pothos“ nannten die alten Griechen dieses
Fernwehgefühl. Für die Zeit nach dem Wiederaufbau
hieß das: Raus aus dem Alltag, um diesen danach wieder besser bewältigen zu können! Aus dem Ereignis Reise wurde der Urlaub – die „schönste Jahreszeit“. Dieser Unterrichtsvorschlag (Sek I) will am Beispiel des den Schülerinnen und Schülern vertrauten Phänomens Urlaub tieferes Verständnis für die Besonderheiten west- und ostdeutschen Alltagslebens schaffen.
Christian Große Höötmann
Jugendliche in Ost und West
Lebensstile und Populärkultur
Die historische Jugendforschung beachtet Jugendkulturen in Ost- wie in Westdeutschland als Motoren mentalen Wandels in den 1970er und 1980er Jahren. Zwar waren die politischen Bedingungen in beiden Staaten gegensätzlich, doch stimmte ihre kulturelle Entwicklungsrichtung teilweise überein. Ein Indikator dafür ist der Aufstieg der kommerziellen Popkultur. Dieser Unterrichtsentwurf für die Klasse 10 eröffnet den Blick auf die jugendlichen Lebenswelten im geteilten Deutschland.
Helmut Willert
Jugendweihe und Konfirmation
Ost- und westdeutsche Passageriten im Vergleich
Beide Passageriten werden auch gegenwärtig von einer relativen Mehrheit der Jugend in den neuen Ländern (Jugendweihe) und einer absoluten Mehrheit in den alten Ländern (Konfirmation und Firmung) durchlaufen, in der Regel ohne nähere Kenntnis des jeweils anderen Ritus. Hier werden exemplarisch Formen des Umgangs mit Jugendlichen in den unterschiedlichen Gesellschaftssystemen von Bundesrepublik und DDR geschichtlich analysiert.
Klaus Fieberg
Der Film „Der Untergang“ im Geschichtsunterricht
Ein unterrichtlicher Ideenpool mit Planungselementen
Ausgangspunkt der folgenden Überlegungen ist die Frage, wie und mit welchen Akzentuierungen mit dem Film „Der Untergang“ (D 2004; Regie: Oliver Hirschbiegel) im Geschichtsunterricht und/oder über dessen Grenzen hinaus in Verbindung mit
affinen Fächern gearbeitet werden kann. Die mit grafischen Elementen umrissenen Möglichkeiten können bei einer Auswahl für den Unterricht helfen, das Arbeitsfeld abzustecken und gegenüber anderen Schwerpunktsetzungen abzugrenzen.
Klaus Fieberg
„Vorsicht: Liebesgaben!“
Millionenfach versandte „Westpakete“: Ausdruck nationaler Zusammengehörigkeit oder Instrument westlicher Unterwanderung?
Wolfgang Hammer
Familienbilder - Bilderbuchfamilien
Idealtypologie und Differenz im privaten Leben in der DDR und Bundesrepublik
Andreas Wagner
Geschichte vor Ort
DDR-Geschichte im Museum
Musealisierung zwischen Aufarbeitung und „Ostalgie“
Jochen Schmidt
Auf Spurensuche
Der beste Geheimdienst der Welt?
Die Spionage der DDR-Staatssicherheit in der Bundesrepublik
Bonn, 24. April 1974: Günter Guillaume, Mitarbeiter des Bundeskanzlers Willy Brandt wird verhaftet. Guillaume hatte als Agent des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR (MfS) aus dem innersten Machtzirkel der Bundesrepublik berichtet. Dieser und andere spektakuläre Fälle wie die auf die Sekretärinnen westdeutscher Politiker angesetzten
Stasi-„Romeos“ zeichneten lange Zeit das Bild eines erfolgreichen DDR-Geheimdienstes. Manche Autoren sprachen gar mit Blick auf die alte Bundesrepublik von einer „unterwanderten
Republik“. Neuere Analysen legen allerdings ein eher nüchternes und differenziertes Fazit zur
„West-Arbeit“ des MfS nahe.