Sie befinden sich hier: /Aktuell/Inhalt Heft 05-05
INHALT

Ausgabe Oktober
Heft 05/2005
Leider vergriffen!
Arbeit im Industriezeitalter
Liebe Leserinnen und Leser,
die Krise der Arbeitsgesellschaft zählt zu den größten politischen Herausforderungen der Gegenwart. Sie hat ihre Wurzeln in dem ständigen Wandel der Arbeitswelt seit der Industrialisierung. Ausgehend von dem Motto des diesjährigen Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten „Arbeit in der Geschichte“ behandelt di... mehr
Online-Archiv
Hilfe und Informationen zum Download
Online-Archiv
Anmelden
Artikel kaufen
Hilfe zum Download
Wolfgang Ruppert
Werkbank – Fließband – Roboter
Zum Wandel der Arbeit im Industriezeitalter
Arbeit ist eine Universalie der menschlichen Kultur. Mit der Umformung der Natur und dem Gebrauch von Werkzeugen zum Nutzen der Reproduktion des eigenen Lebens begann die Unterscheidung von anderen Lebewesen. Seither blieben die Optimierung von Arbeitsprozessen und die Ausdifferenzierung der Objekte menschlicher Bearbeitung durch „Erfindungen“ eine wesentliche Tendenz der Zivilisationsgeschichte bis zur Gegenwart. Doch mit den Produkten haben sich nicht nur die Dinge diversifiziert und vermehrt, sondern zugleich Spezialisierungen von Kompetenzen der Arbeit in eigenen Professionen entwickelt. Um die gegenwärtigen Entwicklungen hinreichend einordnen zu können, ist es notwendig, die Grundzüge der Geschichte der Arbeit des 19. und 20. Jahrhunderts zu kennen.
Dirk Lange
Historisches Lernen: Industriezeitalter / Didaktische Überlegungen
Fragen nach der Zukunft der Arbeit zählen zu den zentralen Herausforderungen moderner Industriegesellschaften: Kann die Massenarbeitslosigkeit reduziert werden? Wie wandelt sich das Arbeitsverständnis in der Informationsgesellschaft? Wie kann die vorhandene Erwerbsarbeit gerecht verteilt werden? Welche Folgen hat der Umbau des Sozialstaates für die Arbeitswelt?
Hans-Wilhelm Eckhardt
Das fotografierte Bild der Arbeit
Erkundungen an Industriefotografien
Menzels „Eisenwalzwerk“, die Uhr auf dem Verwaltungsgebäude von Krupp oder der Blick in den Montagesaal der AEG – häufig sind es Bilder, auf denen historische Erinnerung gründet. Manche sind so verbreitet, dass sie zu einem Teil unseres kollektiven Bildgedächtnisses werden. Die Fotografie ist dabei von besonderer Bedeutung, weil sie die Realität authentisch wiederzugeben scheint. Das ist aber ein Trugschluss. Der folgende Beitrag versucht deshalb, Schülerinnen und Schüler zu einer angemesseneren Rezeption dieses Quellentypus zu befähigen.
Christiane Stork
"Darf´s für fünf Pfennig mehr sein?" / Kaufen und Verkaufen im Kolonialwarenladen
Ende des 19. Jahrhunderts wurden zahlreiche Kolonialwarenläden gegründet, die bis in die 1950er Jahre das Bild vor allem in den dörflichen und kleinstädtischen Gemeinden prägten. Der Gymnasiast Felix Nohn erforschte für seinen Beitrag zum Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten die Geschichte des Kolonialwarenladens Baumann in Beurig bei Saarburg. Die Gespräche, die von ihm mit ehemaligen Verkäuferinnen geführt wurden, geben Auskunft über das Verkaufen und Einkaufen in einem Lebensmittelladen ohne Selbstbedienung. Anhand der Interviewauszüge können Schülerinnen und Schüler die Folgen des Verschwindens dieser nachbarschaftlichen Geschäfte bewerten.
Materialien Sek I
Maria Würfel
Projektarbeit mit Herrn Eisele im LTA Mannheim
Ein Beitrag zum Transfer
Ein Projekt im Museum zu erarbeiten und auch die Ergebnisse gleich vor Ort präsentieren zu können, übt auf Schülerinnen und Schüler eine stark motivierende Wirkung aus – vorausgesetzt, dass das ausgewählte Museum einen engen Kontakt mit den Exponaten ermöglicht. Der Transfer von einem als exemplarisch erfahrenen Museumsprojekt auf die Arbeit in anderen, thematisch verwandten Museen sowie auf Lerngruppen unterschiedlicher Altersstufen und Schularten stellt eine lohnenswerte Herausforderung für methodenbewusstes Vorgehen dar. – Dieser Unterrichtsvorschlag bietet Projektarbeit am Beispiel des Landesmuseums für Technik und Arbeit in Mannheim (LTA) an.
Florian Cebulla
Vorsicht! Rangierfahrt
Arbeitsbedingungen und Berufskrankheiten der Eisenbahner
Lokomotivführer – ein Kindertraum und Berufswunsch seit Generationen. Bei näherer Betrachtung der Arbeitsbedingungen zur Zeit der Dampflokomotiven dürfte dieser Wunsch jedoch zu relativieren sein. Der Bahndienst war lange Zeit ein körperlich anstrengendes und gefährliches Berufsfeld mit zahlreichen gesundheitlichen Gefährdungen. Die vorliegenden Unterrichtsmaterialien sollen Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe I einen Einblick in die Arbeitswelt von gestern eröffnen.
Christiane Stork
"Die Maschine lappt nich mehr!"
Weber berichten über den Wandel ihres Berufs seit den 1950er Jahren
Wenn von Mechanisierung und Automatisierung der Weberei die Rede ist, denkt man zwangsläufig an den Verdrängungsprozess des Handwerks durch Maschinengarn und mechanische Webstühle im 18. und 19. Jahrhundert – das Musterbeispiel für Industrialisierung. Dass auch in den letzten Jahrzehnten die Automatisierung voranschritt und den Arbeitsalltag in den Webfabriken veränderte, ist wenig im Blickpunkt. Die Schülerinnen Lisa Heike und Verena Klein erforschten am Beispiel der Firma Biederlack & Co den Wandel des Weberberufs seit 1950 und reichten ihre Arbeit beim Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten ein. Auf den folgenden Seiten werden einige ihrer Materialien zu einem Unterrichtsvorschlag verdichtet, der zur eigenen Spurensuche anregen soll.
Stefan Helge Kern
Der Streik / Ein Gemälde wird zum Leben erwecken
Kinderarbeit, Pauperismus, Ausbeutung und die Entstehung der Klassengesellschaft waren Begleiterscheinungen des Übergangs von der Agrar- zur Industriegesellschaft im 19. Jahrhundert. Diese Kehrseite des technischen Fortschritts steht im Mittelpunkt des vorliegenden Unterrichtsvorschlags. Die Doppelstunde eignet sich besonders als resümierender Abschluss des Themas „Industrialisierung“ und als Überleitung zur Auseinandersetzung mit der „Sozialen Frage“. Zugleich werden durch die Entwicklung eines historischen Rollenspiels die Fähigkeit zur Perspektivübernahme und durch ein „Gruppen-Puzzle“ die kommunikativen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler geschult.
UE Sek I
Klaus-Jürgen Bremm
Das hat Geschichte gemacht
Mentalitäten im Wandel
Die kulturellen Bedingungen der Industrialisierung
In seiner „Lebensfahrt eines deutschen Erfinders“ berichtet Carl Friedrich Benz, wie er um 1867 als einer der ersten Radfahrer in Mannheim großes Aufsehen erregt hatte. Als das schwere Holzungetüm jedoch eines schönen Tages in die Rumpelkammer musste, da seine Eisenreifen vom Rost angefressen und auch die Holzräder dem Zahn der Zeit zum Opfer gefallen waren, beschloss Benz, ein neues Gefährt zu konstruieren, das so bequem sein sollte wie eine elegante Droschke. Doch unter allen Umständen sollte jetzt auch die Menschenkraft endlich durch Maschinenkraft ersetzt werden.
Regina Blume
Auf Spurensuche
Wohnen im Revier
Von der Arbeiterkolonie bis zur Villa Hügel
Mit der Industrialisierung des Ruhrgebietes entstand zunächst ein Wildwuchs ungeplanter Arbeitersiedlungen im Umfeld der Fabriken. Der private Wohnungsmarkt war aber bei weitem nicht in der Lage, die große Nachfrage nach preiswertem Wohnraum zu bedienen. Seit den 1870er Jahren entstanden Arbeiterkolonien, die von einzelnen Betrieben für die Mitarbeiter errichtet wurden. Einige dieser Siedlungen haben ihren Charakter bis heute bewahrt.
Klaus Fieberg
Geschichte vor Ort
Tuchfabrik Müller in Euskirchen
Die Tuchfabrik Müller gehört zur Gruppe der sechs „Schauplätze“ des Rheinischen Industriemuseums. Als Museum für Industrie- und Sozialgeschichte hat es sich zur Aufgabe gemacht, am Beispiel des industriellen historischen Objekts dem Besucher grundlegende Einsichten und Erkenntnisse über die Welt der Arbeit zu vermitteln.
Sven Tetzlaff
Praxis Aktuell
Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten
Alle zwei Jahre rufen der Bundespräsident und die Körber-Stiftung Kinder und Jugendliche in Deutschland zur historischen Spurensuche auf. Der methodische Ansatz des Wettbewerbs wird durch das „forschende Lernen“ und den „lebensweltlichen Bezug“ bestimmt: Jugendliche setzen sich mit Geschichte auseinander, die vor der eigenen Haustür stattgefunden hat. In einem Projekt untersuchen sie – meist angeleitet durch ihre Lehrer – ein konkretes Beispiel zum Rahmenthema, führen Zeitzeugengespräche durch, recherchieren in Archiven, Betrieben oder auch in ihren Familien.