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INHALT

Ausgabe April
Heft 02/2006
Leider vergriffen!
Religion und Kirche im Mittelalter
Liebe Leserinnen und Leser,
die große Anteilnahme am Tod Johannes Pauls II. und die Euphorie über den neuen Papst Benedikt XVI. haben gezeigt, dass vom Papsttum und der (katholischen) Kirche immer noch eine große Faszinationskraft ausgeht. Das Christentum hat die europäischen Gesellschaften tief greifend geprägt. Seine Entfaltung im Mi... mehr
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Arnold Angenendt
Bibel und Schwert
Religiosität und Christentum im Mittelalter
Die von der französischen Mentalitätsforschung eröffneten neuen Perspektiven vermitteln – so ausdrücklich Jacques Le Goff – den Blick auf ein ‚anderes Mittelalter’. Davon ist die mittelalterliche Religionswelt wesentlich betroffen. Dies zeigt sich vor allem dann, wenn Erkenntnisse über die Religiosität mit der allgemeinen Religionsgeschichte verbunden werden.
Ingeborg Braisch
Warum Rom und nicht Jerusalem?
Der Aufstieg Roms zum Zentrum der christlichen Welt
„Das Gefühl des Glaubens“ – Unter diesem Titel befasste sich der SPIEGEL im April 2005 mit einem erstaunlichen „Ausbruch von (christlicher) Religiosität“. Doch die „globale Wallfahrt“ ging nicht nach Jerusalem, der Stadt, in der Jesus starb und auferstand. Sie führte nach Rom, zur Beisetzung des Papstes. Weshalb wurde Rom, das Jesus nie betreten hat, in der Zeit vom 4. bis zum 9. Jahrhundert zum Mittelpunkt der christlichen Welt? Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I können diese Frage mit Hilfe der vorliegenden Materialien beantworten.
Maria Würfel
„Wir sind alle verdoppelt“
Eskalation und Spaltung infolge des Investiturstreites
Die Annales Augustani berichten von „doppelten“ Päpsten, Königen, Bischöfen und Herzögen als Folge des Konfliktes. Die Kontrahenten Heinrich IV. und Gregor VII. setzten ihnen genehme weltliche und geistliche Amtsträger ein. Das Thema ist in der Sekundarstufe I eine didaktisch-methodische Herausforderung. Der vorliegende Lernzirkel bietet Anregung zu einer altersstufengemäßen Vermittlung, die die Spaltungen durch den Investiturstreit fokussiert.
Uwe Peters
Reise nach Santiago
Eine Pilgerreise als Brettspiel
Schülerinnen und Schüler der Klassen 6 bis 8 beschreiten spielerisch den Jakobsweg in den Wallfahrtsort Santiago de Compostela in Nordspanien. Sie erhalten dabei Einblicke in wesentliche Aspekte von Frömmigkeit und Alltagsleben im Mittelalter. Aberglaube, Glaubenssätze, Reliquienverehrung, Pilgerkleidung und die Gefahren der Reise stehen im Mittelpunkt des Spieles, das als handlungsorientiertes Selbstbildungsmittel konzipiert ist.
Ingeborg Braisch
Nur ein geistliches Schwert für die Kirche?
Päpste und weltliche Mächte im 13. Jahrhundert
In der mittelalterlichen Bildsprache sind das "geistliche" und das "weltliche" Schwert seit der Zeit des Investiturstreites Symbol für geistliche und weltliche Gewalt. Die Auseinandersetzung zwischen der Kirche und den weltlichen Mächten darum, welche Gewalt den Vorrang habe, erreichte im 13. Jahrhundert einen Höhepunkt. Schülerinnen und Schüler der Sek. I können mit den vorliegenden weniger bekannten Materialien diesen Kampf nachvollziehen und vor diesem Hintergrund über die heutige Stellung der Kirchen nachdenken.
Klaus-Peter Kirstein
Die Macht der Klöster
Funktion und Rolle von Klöstern als Herrschaftsträger
Am Beispiel der Abtei Werden und des Stiftes Essen beleuchten die vorliegenden Materialien Motive für mittelalterliche Klostergründungen. Schülerinnen und Schüler der Klassen 7 und 8 können entdecken, welche Bedeutung den Klöstern für die Christianisierung der Sachsen durch die Franken zukam. Sie können außerdem erarbeiten, wie sich der sächsische Adel bald der Monasterien bediente, um diese zu Machtzentren auszubauen.
Susanne Dobmeier-Feigl
„Christusmörder“ und „Brunnenvergifter“
Verfolgungen der Juden im Hoch- und Spätmittelalter
Als Jude im mittelalterlichen Deutschland zu leben, war seit den Kreuzzügen mit einem beträchtlichen Risiko verbunden. Vor allem religiöser Fanatismus führte zur Ausgrenzung und Diskriminierung der jüdischen Bevölkerung. Der Unterrichtsvorschlag für die Sekundarstufe I zeigt die langfristig wirkenden typischen Grundmuster dieser Judenfeindlichkeit auf.
Elmar Wagener
Der Weg zum Heil
Ein Fresko als Beispiel symbolischer Kommunikation
„Die Allegorie der Kirche“, ein um 1366/68 von Andrea Bonaiuto geschaffenes Fresko, enthält mehr, als man auf den ersten Blick erkennen kann. Deshalb ist es ein Medium symbolischer Kommunikation im Mittelalter. Schülerinnen und Schüler der Klasse 7 oder 8 können anhand des Kunstwerkes das Selbstverständnis der Dominikaner entschlüsseln. Sie erkunden damit ein Stück der dogmatisch-religiösen Vorstellungswelt des 14. Jahrhunderts.
Antje Kluge-Pinsker
St. Benedikt in Mals
Eine karolingische Pfarrkirche in Südtirol aus dem 8. Jahrhundert
Die neuere archäologische Erschließung der Überreste aus der Karolingerzeit verdeutlicht, in welcher Umgebung Gläubige im Frühen Mittelalter ihre Gottesdienste feierten.
Matthias Bode
Die Landung des Kolumbus
Ein Kupferstich von Theodor de Bry
Die in zahlreichen Unterrichtswerken abgedruckte Abbildung der Landung des Kolumbus in der Neuen Welt ist voller Widersprüche. Das kanonische Bild zeigt mehrere Szenen der Entdeckung Amerikas, die nie gleichzeitig stattgefunden haben. Bei einer Verwendung im Geschichtsunterricht ist deshalb eine kritische Interpretation, die die verschiedenen Bildkomponenten rekonstruiert, unerlässlich.