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INHALT

Ausgabe Juni
Heft 03/2006
Leider vergriffen!
Vormärz
Liebe Leserinnen und Leser,
eine Hausdurchsuchung im Großherzogtum Hessen-Darmstadt, 1835 im Bild dargestellt (Titel), ist Symbol für eine spannende und zugleich widersprüchliche Epoche. Der "Vormärz" steht für die Restauration fürstlicher Gewalt und die Repression des freien Geistes. Gleichwohl entwickelten sich in dieser Zeit die Grund... mehr
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Wolfram Siemann
Vormärz
Von der Ständeordnung zur Staatsbürgergesellschaft
Der Begriff "Vormärz" weckt Assoziationen an biedermeierliche Idylle. Doch diese Beschaulichkeit existierte nur vordergründig. Es gärte. Bürgerliches Aufbegehren schlug sich Bahn gegen Restauration und Zensur. Die Epoche brachte den Startschuss für Parlamentarismus und Industrialisierung.
Ralph Erbar
Sperriger Gedächtnisort
Das Hambacher Fest von 1832
Bis zu 30.000 Menschen zogen am 27. Mai 1832 zur Ruine des Hambacher Schlosses. Sie trugen Fahnen in den "deutschen Farben" Schwarz-Rot-Gold mit der Aufschrift "Deutschlands Wiedergeburt" und sangen politische Lieder. Kaum einer ahnte damals, dass dieses Fest einmal "zu den merkwürdigsten Ereignissen der deutschen Geschichte" (Heine) zählen sollte. Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit den vielfältigen Formen der Erinnerung an dieses Ereignis auseinander und suchen produktionsorientiert ihren eigenen Zugang.
Nils Freytag
Frühe Umweltkonflikte
Der Freiberger Hüttenrauch - eine Fallanalyse
Umweltbelastungen und -verschmutzungen begleiteten die Industrialisierung von Beginn an. Der Freiberger Hüttenrauch stellt ein frühes Beispiel für einen Umweltkonflikt dar, den die Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I exemplarisch nachvollziehen können.
Wolfgang Piereth
Die Heilig-Rock-Wallfahrt von 1844
Ein religiöses Großereignis im Vormärz
Das 19. Jahrhundert gilt gemeinhin als das Jahrhundert der durchbrechenden Moderne. Aus diesem Blickwinkel bleibt wenig Raum für Glauben, Konfessionen und Kirchen. Aber das 19. Jahrhundert war in Deutschland "noch immer ein christlich, ein kirchlich geprägtes Zeitalter" (Thomas Nipperdey). Dies wird den Schülerinnen und Schülern in der Auseinandersetzung mit kontroversen Bild- und Textquellen deutlich.
Mat. Sek I/II
Gregor Meilchen
Der Pauperismus
Massenarmut im Vormärz
Seit den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts lässt sich eine noch nie da gewesene Verarmung eines Großteils der Gesellschaft - regional bis zu 60 % der Bewohner - feststellen, die im schlesischen Weberaufstand des Jahres 1844 ihren dramatischen Höhepunkt erreichte. Mit Hilfe von statistischem Material und erklärenden Texten arbeiten die Schülerinnen und Schüler Ursachen und Auswirkungen dieses Phänomens heraus.
Angelika Rieber
Deutsch oder heimatlos
Gabriel Riesser - ein jüdischer Deutscher im Vormärz
Gabriel Riesser ist ein Unbekannter in deutschen Geschichtsbüchern. Sein Name steht für den Kampf für Demokratie und Gleichberechtigung. Sein Lebensweg folgt der einer Wellenbewegung gleichenden Emanzipation der Juden in Deutschland. Am Beispiel Riessers setzen sich die Schülerinnen und Schüler mit jüdischem Leben im Vormärz auseinander
Klaus Fieberg
Der Deutsche Michel
Realität und Wunschbild im Spiegel zweier Karikaturen
"Der schlafende Deutsche Michel" und "Der erwachte Deutsche Michel" - Bild und Gegenbild - zeigt aus Sicht des Karikaturisten Johann Richard Seel die beklagte politische Realität und die politische Vision. Für Schülerinnen und Schüler eröffnet dieses detailreiche Karikaturenpaar von 1843 eine Möglichkeit, in einem methodenorientierten Unterrichtsgang Einblicke in die politische Lage Deutschlands während des Vormärz zu gewinnen.
UE Sek I/II
Katharina Weigand
GESCHICHTE VOR ORT
Die Gaibacher Konstitutionssäulem - Ein Denkmal für die bayerische Verfassung von 1818
1818 erhielt das Königreich Bayern eine Verfassung; bis zur Revolution von 1918 war Bayern eine konstitutionelle Monarchie. Die Verfassungsbegeisterung des frühen 19. Jahrhunderts begegnet uns - gleichsam steingeworden - in der Gaibacher Konstitutionssäule. Sie ist außerdem ein Zeugnis dafür, dass es dem bayerischen Königreich rasch gelang, in den neu erworbenen fränkischen Gebieten die Loyalität zum bayerischen Gesamtstaat zu etablieren.
Ottwilm Ottweiler
Ein Schulreformer mit Zivilcourage
Dietrich Wilhelm Landfermann (1800-1882)
Kennzeichnend für die Epoche des Vormärz sind nicht zuletzt ereignisreiche, mitunter auch wechselhafte Lebenswege. Der folgende Beitrag erinnert an einen ungewöhnlichen, aber weithin vergessenen Schulmann und seine beklemmende und zugleich ermutigende Geschichte.
Tafeldarstellungen
Die Tafel gilt mitunter als Symbol einer kreidestaubtrockenen Lernschule, die durch uninspirierten Frontalunterricht gekennzeichnet ist. Gleichwohl gibt es kaum Unterrichtsräume ohne Tafeln; und ihre Verwendung im Unterricht ist so selbstverständlich, dass Schule ohne Kreide und Tafel undenkbar erscheint. Umso verwunderlicher ist es, dass es nur wenige didaktisch-methodische Überlegungen zur Tafeldarstellung im Geschichtsunterricht gibt.