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INHALT

Ausgabe Oktober
Heft 05/2007
Leider vergriffen!
Frühe Hochkulturen
Liebe Leserin, lieber Leser,
Nebel, Sturm, hohe Wellen – vor 3300 Jahren zerschellte am Kap Uluburun an der türkischen Mittelmeerküste ein Handelsschiff. Das sorgfältig untersuchte Wrack entpuppte sich als archäologische Sensation. Die aus dem Meer geborgenen Waren und Gegenstände belegen, dass in der Bronzezeit ein reger Austausch der... mehr
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Ünsal Yalçýn
Wohlstand durch Fernhandel
Bronzezeitliche Hochkulturen im Spiegel des Schiffsfundes von Uluburun
Einen neuen und einzigartigen Beitrag zum spätbronzezeitlichen Handel liefert der Fund eines Schiffs, das vor rund 3300 Jahren vor der türkischen Südwestküste bei Uluburun gesunken ist. Im 14. Jahrhundert v. Chr. wurde Handel auf Land- und Seewegen betrieben. Der östliche Mittelmeerraum stand damals im Mittelpunkt des westlichen eurasischen Geschehens. Alle großen Mächte der Region waren an der damaligen „Globalisierung“ beteiligt: Die Hethiter in Anatolien, die Ägypter in Nordafrika, mykenische Palastzentren in der Ägäis, durch den Handel reich gewordene Stadtstaaten an der Levanteküste, die Kupferinsel Zypern sowie die mesopotamischen Reiche der Mitanni, Babylonier und Assyrer.
Wolfgang Bickel/Jonathan Ruhl
Frühe Hochkulturen
... am Beispiel der Funde des Schiffs von Uluburun
Didaktisch-methodische Überlegungen
Jonathan Ruhl
Von Käfern, Königen und Göttern
Ein Skarabäus verweist auf die Kultur Ägyptens (Gruppe 1)
Die Kultur und Geschichte des alten Ägypten gilt seit jeher im Unterricht als klassisches Beispiel Früher Hochkulturen. Die Bedeutung des Nils, die Entwicklung der Arbeitsteilung und einer gesellschaftlichen Hierarchie mit monarchischer Spitze, die Ausdifferenzierung eines Pantheons, seine Rückbindung an die Lebenswelt – alles erscheint in modellhafter Eindringlichkeit. Da in der Verehrung des Skarabäus diese Kultur auf den Punkt kommt, kann man die Siegel-Skarabäen aus dem Schiff von Uluburun als didaktischen Glücksfall bezeichnen.
(UE/Materialien Sek I)
Jens Kamlah
Amphoren aus Kanaan
Die Hafenstädte der Levante in der Zeit um 1300 v. Chr. (Gruppe 2)
Die Levante erlebte in der späten Bronzezeit eine Epoche der kulturellen Blüte. Dass dafür ein intensiver überregionaler Handel maßgeblich war, erschließen die Schülerinnen und Schüler anhand von Handelsgütern aus dem Schiff von Uluburun. Amphoren mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen und Elfenbeinschnitzereien zählten zu den Exportschlagern des Seehandels der Levantestädte, der die Region mit anderen Kulturen des östlichen Mittelmeerraumes verband.
(UE/Materialien Sek I)
Wolfgang Bickel
Rollsiegel und Städte
Die frühen Flusskulturen Mesopotamiens (Gruppe 3)
Sumerer, Babylonier, Assyrer – zwischen 3500 und 1500 v. Chr. entwickelten diese Völker im Zweistromland an Euphrat und Tigris von ihren Städten aus staatliche Strukturen. Ihre Religion, Organisation und der von ihnen betriebene Handel bedingten die Erfindung von Schrift und Recht. Unsere Vorstellungen über diesen mesopotamischen Kulturkreis sind Produkte rigider Reduktion. Das kann im Unterricht nicht anders sein. Es geschieht hier im Hinblick auf das, was auch unsere Kultur bestimmt: städtisches Leben und Schriftlichkeit.
(UE/Materialien Sek I)
Klaus Kremb
Rohstoff Kupfer
Qualitätsmetall aus Zypern (Gruppe 4)
In der Bronzezeit war Kupfer das Metall, das weltumspannend für alle Bereiche des täglichen Lebens gebraucht wurde. Meist in Form von Zinnbronze fertigte man daraus Werkzeuge, Geräte, Waffen, Schmuck und Votivgaben. Es war ein den Markt beherrschendes, strategisches Metall. Der Haupthandelsraum erstreckte sich über die Hochkulturen des östlichen Mittelmeergebiets. Kupfer stammte vor allem aus Zypern und ist Synonym für den Namen der Insel.
(UE/Materialien Sek I)
Waldemar Grosch
Die Hethiter
Eine vergessene Großmacht (Gruppe 5)
Als das Schiff von Uluburun im 14. Jahrhundert v. Chr. unterging, befand sich das Hethiterreich nicht nur auf dem Höhepunkt seiner politischen Machtentfaltung. Es war auch in einer weiteren Hinsicht führend: während der östliche Mittelmeerraum noch in der Bronzezeit verharrte, konnten die Hethiter mit ihrer frühen Eisenproduktion einen technologischen Vorsprung gewinnen, der ihre militärische Überlegenheit begründete. Zugleich betrieben sie einen schwunghaften Handel mit Zinn. Die Lerngruppe entdeckt hier beide Aspekte.
(UE/Materialien Sek I)
Bettina Bouresh
Kultur der Krieger
Die mykenische Palastkultur (Gruppe 6)
Zum Fundkomplex des Schiffes von Uluburun gehören Waffen aus dem Mittelmeerraum, darunter zwei Schwerter. Es sind typisch ägäische Produkte, die man als Kennzeichen der Adels- und Kriegerkultur Mykenes betrachten kann. Vermutlich befanden sich ihre Eigentümer an Bord. Der Fund lenkt die Schülerinnen und Schüler zu den wesentlichen Merkmalen der mykenischen Palastkultur um 1300 v. Chr., von der es nur wenige Überlieferungen gibt.
(UE/Materialien Sek I)
Michael Schmauder
Troia/Wilusa
Ein bedeutender spätbronzezeitlicher Handelsplatz (Gruppe 7)
Im gängigen, von der Sage genährten Geschichtsverständnis ist Troia als Aufenthaltsort Helenas Ziel des Troianischen Kriegs. Ihrer Rückführung gilt diese Auseinadersetzung, nebenher macht man Beute. Aber solche Kriege wurden ausschließlich wegen der unermesslichen Beute geführt, die die Eroberung einer reichen Stadt wie Troia versprach. Auch heute begegnet uns zuweilen eine Diskrepanz zwischen vermeintlichen und tatsächlichen Kriegszielen. Bevor sich die Schülerinnen und Schüler hier der Sage vom Troianischen Krieg widmen, erarbeiten sie, wie Wilusa/Troia in der Bronzezeit zu Reichtum gelangen konnte.
(UE/Materialien Sek I)
Antje Kluge-Pinsker
Das Schiff von Uluburun
Schiffbau und Schiffsrouten als Basis für den Mittelmeerhandel um 1300 v. Chr. (Abschlussstunde)
Die letzte Fahrt des Schiffes endete in einem Sturm vor etwa 3300 Jahren am Felskap Uluburun an der türkischen Südküste. Ob sich die Besatzung retten konnte, wie groß sie war und wem das Schiff gehörte, ist nicht bekannt. Es kann jedoch einiges rekonstruiert werden.
(UE/Materialien Sek I)
Babett Edelmann
AUF SPURENSUCHE
Mit "Regina" auf der Naab
Eintauchen in die Geschichte mit einem Römerschiff
Seit 2003 machen Studenten der Universität Regensburg historische Realität für Schülerinnen und Schüler erlebbar. In dem Projekt navis Lusoria können Schulklassen mit dem originalgetreuen Nachbau eines antiken römischen Flusskriegsschiffes auf Donau und Naab fahren.