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Krautjunker und Schlotbarone im Kaiserreich
Liebe Leserin, lieber Leser,
vor 100 Jahren, im Januar 1908, demonstrierten in Berlin Zehntausende gegen das preußische Drei-Klassen-Wahlrecht. Im Ruhrgebiet formierten sich Grubenbesitzer zum „Zechenverband“. Sie wollten sich besser gegen streikende Bergleute wappnen. Nur in der winterlichen Ruhe ostelbischer Gutswirtschaften schien d... mehr
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Peter E. Fäßler
Krautjunker und Schlotbarone
Industrialisierung und erste Globalisierung im Kaiserreich
Scheiterte die Monarchie in Deutschland letzten Endes an den Herausforderungen der Moderne, an den Folgen von Industrialisierung und Globalisierung? Um den eigenen drohenden Niedergang abzuwenden, schlossen adlige Großagrarier („Krautjunker“) mit bürgerlichen Schwerindustriellen („Schlotbaronen“) ein verhängnisvolles Zweckbündnis. Es blockierte den (innen-)politischen Reformprozess und damit die notwendigen Anpassungen an sich ändernde sozio-ökonomische Rahmenbedingungen.
Elmar Wagener
Kurswechsel
Ein Klausurvorschlag zur Wende in der Innenpolitik 1878/79
Die Vielschichtigkeit der innenpolitischen Wende von 1879 macht sie zu einem idealen Klausurthema für einen epochalen Rückblick. In ihr bündeln sich wirtschafts-, partei- und verfassungspolitische Aspekte. Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II erfassen in der hier vorgestellten Klausur Ursachen und Motive des Kurswechsels und das Bismarcksche Politikverständnis.
(Materialien Sek II)
Christian Mathis und Dirk Lange
Der Kampf um die Zölle
„Pressure Groups“ der Industrie im Kaiserreich
Spitzenverbände wie der „Centralverband Deutscher Industrieller“ (CDI) und der „Bund der Industriellen“ (BdI) bündelten die Interessen ihrer Mitglieder und versuchten auf allen Ebenen der Politik ihren Einfluss geltend zu machen. Sie sind Vorläufer der modernen pluralistischen Elemente der Politik. In diesem Unterrichtsvorschlag erarbeiten Schülerinnen und Schüler der Mittel- und Oberstufe per Rollendiskussion, warum sich der BdI 1895 vom CDI abspaltete.
(UE Sek I/Sek II)
Florian Cebulla
„Kanalrebellen“
Der verlängerte Arm des Bundes der Landwirte (BdL)
Mit seiner Agitation gegen den Bau des Mittellandkanals (Rhein-Elbe-Kanal) ging der BdL zwischen 1899 und 1905 auf Konfrontationskurs zu Wilhelm II. Der Kaiser galt als vehementer Befürworter des Kanalprojekts. Schülerinnen und Schüler können an diesem auf eine Schulstunde zugeschnittenen Fallbeispiel den BdL (gegründet 1893) als kämpferische „Pressure Group“ kennen lernen.
(UE Sek I/Materialien Sek II)
Jürgen Rettberg
Fabriken, Höfe, Büros
Die Wirtschaft des Kaiserreichs im Spiegel der Statistik
Überlieferte Daten des Kaiserlichen Statistischen Amtes werden in diesem Unterrichtsvorschlag erweitert um zeitgenössische Schilderungen und geben so die Basis für wirtschaftsgeschichtliche Erkundungen in der Sekundarstufe I (Jahrgang 9). Eine sorgfältige methodische Schulung versetzt Schülerinnen und Schüler in die Lage, sozioökonomische Veränderungen im Kaiserreich zu erfassen.
(UE Sek I)
Jan Sonnemann
„Alte“ und „neue“ Unternehmermentalitäten
Emil Rathenau im Vergleich mit anderen Industriellen
In der so genannten „zweiten Industrialisierung“ stieg seit den 1880er Jahren die Chemie- und Elektrobranche zum neuen industriellen Leitsektor auf. Damit waren oft strukturellen Veränderungen in der Unternehmensführung dieser neuen Großindustrien verbunden. Sie werden am Beispiel des AEG-Gründers Emil Rathenau deutlich. Schülerinnen und Schüler (Sek. I) erarbeiten hier diese Entwicklung und vergleichen unterschiedliche Unternehmermentalitäten.
(UE Sek I)
Stefanie Schneider
„Sieg oder Todt“
Der Bergarbeiterstreik von 1889
Ein Quellenmosaik verschiedener Text- und Bildmaterialien führt Schülerinnen und Schüler (Sek. I/Sek. II) zu einer multiperspektivischen Betrachtung der Streikereignisse. Die Lerngruppen erfassen dabei die Forderungen und Maßnahmen der Bergarbeiter und die offiziellen Reaktionen der „Schlotbarone“. Die Situation der Streikenden wird in einer selbst erstellten Postercollage als Kulisse für die Inszenierung einer Streikszene lebendig (Sek. I).
Wigbert Benz
PRAXIS KONTROVERS
Der Reichstagsbrand
Neue Untersuchungen zur Täterschaft – weiterhin offene Fragen
Als vor 75 Jahren am 27. Februar 1933 in Berlin der Reichstag brannte, war dies für das NS-Regime ein willkommener Vorwand, Tausende seiner Gegner verhaften zu lassen. Schon am nächsten Tag unterschrieb Reichspräsident Hindenburg die so genannte "Verordnung zum Schutz von Volk und Staat", die in bis dahin nicht bekanntem Umfang Grundrechte außer Kraft setzte und bis Mai 1945 galt. Sie "legitimierte" den bis zur totalen Niederlage Hitler-Deutschlands andauernden Ausnahmezustand.
Michael Brabänder
Klausuren
Unterrichts-Praxis Geschichte, Folge 6
Sie sind in der Sekundarstufe II nicht nur ein Mittel zur Lernerfolgskontrolle: Klausuren dienen auch zur Vorbereitung auf die schriftliche Abiturprüfung. In dieser Handreichung wird vorgestellt, welche
Möglichkeiten dieses Instrument bietet und welche Aspekte bei der Erstellung von Klausuren zu beachten sind.
Matthias Steinbach
AUF SPURENSUCHE: Volksbildung als ökonomische Ressource
Der Unternehmer Ernst Abbe (1840–1905) und die Jenaer Lesehalle
Ernst Abbe wurde 1840 in Eisenach als Sohn eines Spinnereiarbeiters geboren, dem er noch täglich das Mittagessen an die Maschine bringen musste. Von seiner Umgebung bald als Hochbegabter erkannt und gefördert durch die Eisenacher Fabrikantenfamilie von Eichel, führte sein Weg bis in die Höhen moderner Naturwissenschaften und freien Unternehmertums.