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Reformära in Deutschland – Auf dem Weg zum modernen Staat
Liebe Leserin, lieber Leser!
Mit dem Beginn des 19. Jahrhunderts verbinden wir die Napoleonischen Kriege und die Restauration. Ereignisse, die im historischen Bewusstsein eher einen negativen Beigeschmack haben. Jedoch betrieben die deutschen Staaten unter französischem Einfluss und aus der Erkenntnis politischer Defizite zwischen 1800... mehr
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Walter Demel
Ära der Reformen
Die Vollendung des modernen Staates im Rheinbund und in Preußen
Die so genannte „Deutsche Reformzeit“ dauerte etwa von 1799 bis 1821. In ihr wurde ein Jahrhunderte alter Prozess praktisch zum Abschluss gebracht: Durch einen Schub vielfältiger Reformen in den verschiedenen Bereichen der Politik wurde der moderne Staat weitgehend vollendet. Dies geschah nicht in allen der 1806 souverän gewordenen deutschen Staaten, aber doch in Preußen und den meisten Rheinbundstaaten.
Ulrich Baumgärtner
"Überall Reformen"
Didaktische Überlegungen zur Behandlung der Reformära unter Anknüpfung an die Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler
Wolfgang Piereth
Gemeinsames Vaterland
Staatliche Integrationspolitik und nationale Identitätsstiftung im Rheinbund am Beispiel Bayerns
Die napoleonische Deutschlandpolitik veränderte den deutschen Süden tiefgreifend. Von Säkularisation und Mediatisierung, dem Zusammenbruch des Heiligen Römischen Reiches, dem umfangreichen Verschieben, Tauschen und Auflösen kleinerer Herrschaftsgebiete profitierten insbesondere die vergrößerten und staatsrechtlich aufgewerteten Mittelstaaten - allen voran Bayern, Württemberg, Baden und Sachsen. Diese Entwicklung hatte Integrationsprozesse zur Folge, bei denen die Staaten darauf zielten, einzelstaatliches "Nationsbewusstsein" zu initiieren. Schülerinnen und Schüler der Klasse 8 gehen in diesem differenzierten Vorschlag auf Spurensuche.
(UE Sek I/Mat. Sek II)
Rainer Bendick
Zunftzwang ade!
Die Gewerbefreiheit im Rheinbund und in Preußen
Im Zuge der Reformbestrebungen im Königreich Westfalen, anderen Rheinbundstaaten und in Preußen kam es ab 1810 zur Einführung der Gewerbefreiheit. Sie bedeutete das Ende der feudalen und korporativen Behinderungen der individuellen wirtschaftlichen Aktivitäten. Durch sie wurde erst die ökonomische Entwicklung ermöglicht, die im 19. Jahrhundert in der Industrialisierung gipfelte. Schülerinnen und Schüler der Klasse 8 erörtern anhand von differenziert aufbereiteten Materialien die Hintergründe und Folgen der Gewerbefreiheit.
(UE Sek I/Mat. Sek II)
Iris Hausberger
Rechtsreformen
Die neue Rechtsstellung des Bürgers am Beispiel des Strafrechts – Auf dem Weg zum modernen Rechtsstaat?
Ein Verbrechen - drei Strafen. Schülerinnen und Schüler der 8. Jahrgangsstufe schlüpfen in die Rolle von Juristen und fällen ein Urteil. Sie arbeiten selbstständig in einer Gruppenarbeit mit Gesetzen aus drei Jahrhunderten und erfassen im Vergleich die Bedeutung der Bayerischen Strafrechtsreform von 1813. Sie lernen die Merkmale des Rechtsstaats kennen und reflektieren eine bis heute aktuelle Frage: Wie soll ein aufgeklärter und liberaler Staat mit Bürgern umgehen, die die geltenden Gesetze verletzen?
(UE Sek I)
Andreas Höffle
Der Bürger in Uniform
Allgemeine Wehrpflicht – das Beispiel Preußen
Die Niederlage der preußischen Armee im Jahr 1806 gilt als "strukturbrechender Schock" (Hans-Ulrich Wehler). Zwar hatte es in Preußen schon zuvor Reformvorschläge gegeben, die unter dem Eindruck der "levée en masse" in Frankreich die Armee stärker als bisher an König und Nation binden und die Wehrkraft stärken sollten. Aber erst die Auflagen der Pariser Konvention vom 8. September 1808 zwangen König Friedrich Wilhelm III. zu grundlegenden Reformen. In diesem differenzierten Unterrichtsvorschlag erörtern Achtklässler die Ausgestaltung und die Motive für die preußische Heeresreform.
(UE Sek I)
Christoph Huber
Der Arm des Staates im ganzen Land
Die Einrichtung der Gendarmerie am Beispiel Bayerns
Die Gewährleistung öffentlicher Sicherheit und Ordnung sowie die Bekämpfung und Verfolgung von Verbrechen zählen zu Kernaufgaben des modernen Staates. Mit der Einführung einer Gendarmerie nach französischem Vorbild strebten mehrere deutsche Regierungen in der Reformära danach, diesem Anspruch auf ihrem gesamten Staatsgebiet gerecht zu werden. Der Unterrichtsvorschlag für die 8. Klasse vermittelt, wie mit der Gendarmerie eine exekutive Institution geschaffen wurde, die den ländlichen Raum in den Staat integrieren sollte.
(UE Sek I/Mat. Sek II)
Meilchen
Sozialer Aufstieg durch Bildung
Die Bildungsreformen der Reformära
Die Einführung der Rechtsgleichheit im Zuge der Napoleonischen Herrschaft über Deutschland legte die Grundlage für die gesellschaftliche Mobilität. Die Schülerinnen und Schüler (Sek I) erarbeiten in diesem Unterrichtsvorschlag arbeitsteilig die Funktion von Gymnasien und Gewerbeschulen als Mittel des sozialen Aufstiegs der Mittelschicht. Sie erkennen die auch heute noch vorhandene Abhängigkeit des Bildungsgangs von der sozialen Herkunft.
(UE Sek I/Mat. Sek II)
Wolfgang Bickel
Auf Spurensuche
„An die Neuigkeitskrämer“
Eine Anmahnung an die Berichterstattung aus dem Jahre 1821
Das schon in seinem Erscheinungsjahr ein wenig altfränkisch wirkende Gedicht von Isaak Maus erweist sich bei näherer Betrachtung als radikale Abrechnung mit dem Krieg als Mittel der Politik. Der Verfasser - Landwirt, Bürgermeister von Badenheim und Poet - liefert damit einen utopischen Entwurf für eine gesellschaftliche Neuorientierung.
Dieter Pohl
Gegenständliche Quelle
Das Eiserne Kreuz
Kriegsorden - nationales Symbol - Enfant Terrible
Das Eiserne Kreuz gilt als der deutsche Kriegsorden schlechthin. Und tatsächlich ist kein anderer Orden so oft für militärische Leistungen in den Kriegen vergeben worden, die als spezifisch "deutsch" gelten. Seit dem Zweiten Weltkrieg ist seine Symbolik umstritten.