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Attentat! Politische Morde
Liebe Leserin, lieber Leser!
Am 7. März dieses Jahres wäre er 70 Jahre alt geworden - Rudi Dutschke. Heiligabend 1979 starb er an den Spätfolgen eines Attentats. Ein von den Medien und der öffentlichen Meinung beeinflusster Gelegenheitsarbeiter mit Kontakten zur Neonazi-Szene hatte den Studentenführer 1968 in Berlin auf offener Straße ... mehr
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Alexander Demandt
Das Attentat als Ereignis
Attentat und politischer Mord als Phänomene der Geschichte
Mahatma Gandhi, John F. Kennedy, Martin Luther King, Olof Palme, Yitzchak Rabin – sie alle waren nicht nur politische Visionäre oder engagierte Friedensstifter, sie alle starben durch die Hand von Attentätern. Sie wurden wegen ihrer politischen Ziele oder wegen ihres Charismas ermordet. Es gibt aber auch den seit der Antike diskutierten Tyrannenmord, etwa an Caesar, oder Mordversuche, wie etwa an Hitler. Es scheint, als zögen beide Opfertypen Attentäter besonders an. Gedanken zu einem ambivalenten historischen Phänomen.
Rainer Brieske und Charlotte Bühl-Gramer
Attentate in der Geschichte und ihr didaktisches Potenzial
Didaktische Überlegungen
Herwig Buntz
Eine Frau der Tat
Charlotte Cordays Mord an Jean-Paul Marat in Bildquellen
Die Ermordung des Jakobiners und Publizisten Jean-Paul Marat durch Charlotte Corday im Juli 1793 gehört zu den bekanntesten Ereignissen der Französischen Revolution. Gleichwohl hatte es kaum Bedeutung für ihren Verlauf. Das Attentat verdankt seine Berühmtheit wohl den beteiligten Personen (Frau ersticht Mann) und den besonderen Umständen (Mord in der Badewanne). Interessant aber ist seine gänzlich widersprüchliche Interpretation in den Text- und Bildmedien nachfolgender Rezipienten. Schülerinnen und Schüler der Klasse 7/8 erörtern anhand von Text- und Bildquellen dieses Spannungsverhältnis.
(UE Sek I/Mat. Sek II)
Sandra Müller und Julika Stark
"...dass ich für Deutschlands Freiheit sterbe"
Das Attentat auf Kotzebue und seine Instrumentalisierung
Im März 1819 ermordete der Theologiestudent und Burschenschaftler Karl Ludwig Sand den Schriftsteller August von Kotzebue. Das Attentat wurde vom österreichischen Außenminister Klemens Fürst von Metternich kühl berechnend zum Anlass für die Verabschiedung der Karlsbader Beschlüsse genommen. Diese schwächten jedoch das Anliegen der Studenten nicht, sondern stärkten die Identität der Anhänger Sands. In einer differenzierten Fallanalyse untersuchen Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 8 die Tat und ihre Instrumentalisierung. Sie bereiten damit die Behandlung der Karlsbader Beschlüsse vor.
(UE Sek I)
Ulrich Schnakenberg
Märtyrer der Freiheit
Das Attentat auf Abraham Lincoln am 14. April 1865
Abraham Lincoln ist heute - fast 150 Jahre nach seinem Tod - nicht nur einer der populärsten amerikanischen Politiker. Er wird von führenden Historikern auch als bester Präsident aller Zeiten angesehen. Ausgehend vom Sieg der Nordstaaten im Bürgerkrieg und der Sklavenbefreiung, den größten Leistungen Lincolns, untersuchen Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I in diesem bilingualen Unterrichtsvorschlag das Attentat im Ford-Theater. Der Mord an dem Präsidenten trug neben den politischen Verdiensten erheblich zum bald entstehenden "Mythos Lincoln" bei.
(UE Sek I/Mat. Sek II)
Kirstin Schulze
Schüler ermitteln
Das Attentat auf den "tugendhaften von Ketteler" – Eine Spurensuche in einem WebQuest
Während des so genannten Boxeraufstandes wurde der deutsche Gesandte in Peking, Clemens von Ketteler (geb. 1853), am 20. Juni 1900 von aufständischen Chinesen ermordet. Diesen Mord nahmen deutsche Kolonialtruppen zum Anlass, besonders brutal gegen die Aufständischen vorzugehen.
(UE Sek I/Sek II)
Rainer Brieske und Anne Rothschenk
Gedeckte Morde?
Waren Rosa Luxemburg und Matthias Erzberger Opfer organisierter Verbrechen? – ein synchroner Zugriff
Die Morde an Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht bildeten den Auftakt zu einer Serie von Attentaten und Morden, die bis in das Jahr 1922 die Weimarer Republik nachhaltig erschütterte. Es ist die Zeit, in der sich die von militärischen Machtmitteln "entblößte Revolutionsregierung" (M. Sabrow) auf die scheinbare Nützlichkeit von Militärs und Freikorps einließ und damit ein Kennzeichen der Weimarer "Strukturkrise" (K.D. Bracher) schuf. Paradigmatisch an den Morden können Schülerinnen und Schüler (Sek I/Sek II) erarbeiten, in welchem Dilemma die Republik sich bereits seit ihren Anfängen befand.
(Mat. Sek I/ Sek II)
Charlotte Bühl-Gramer
Signal der Selbstbehauptung
Das Attentat auf Reinhard Heydrich in Prag 1942
Das Attentat auf den stellvertretenden Reichsprotektor Reinhard Heydrich in Prag war das einzige erfolgreiche Attentat auf einen hohen NS-Funktionär in Europa. Der Preis für Heydrichs Tod war freilich hoch, denn die tschechische Bevölkerung wurde brutalen Vergeltungsmaßnahmen ausgesetzt. Doch war die internationale Empörung darüber so groß, dass die Tschechoslowakei wieder in den Horizont einer alliierten Nachkriegsordnung rückte. In diesem differenzierten Unterrichtsvorschlag steht eine gestufte Urteilsbildung der Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 9/10 im Zentrum.
(UE Sek I/Mat. Sek II)
Sven Pflefka
"Ein Meteor, der über den Himmel zieht"
Die Ermordung von Patrice Lumumba 1961
Die Bewältigung der kolonialen Vergangenheit ist ein schwieriges Feld für das zusammenwachsende Europa, das um eine gemeinsame Identität ringt. Zahlreiche Mitgliedsstaaten der EU tragen schwer an ihrer Mitverantwortung am Kolonialismus. Besondere politische Brisanz erhielt diese Vergangenheitsbewältigung in Belgien bezüglich der Rolle der damaligen Regierung bei der Ermordung des kongolesischen Ministerpräsidenten Patrice Émergy Lumumba am 17. Januar 1961. Schülerinnen und Schüler (Sek. I) ermitteln die näheren Hintergründe der Tat im Rahmen des Unterrichtsthemas "Dekolonisation" und "Kalter Krieg".
(UE Sek I/Mat. Sek II)
Klaus Fieberg
Drei Schüsse (nur) auf Rudi Dutschke?
Dutschke und die 68er-Bewegung in kontroverser Bewertung
Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I/II entwickeln anhand von Quellen und Darstellungen Aspekte von Multiperspektivität und Kontroversität zum Attentat auf Rudi Dutschke im April 1968 bis in das Jahr 2008. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage der Perspektivität auf die Bewegung der 68er, insbesondere durch die öffentliche und veröffentlichte Meinung.
(UE Sek I/Mat. Sek II)
Claudia Tatsch
Auf Spurensuche
Blutopfer für Ölmilliarden?
Die Hinrichtung Ken Saro-Wiwas durch die nigerianische Regierung 1995
"Versuch einer Versöhnung" titelte am 9. Juni 2009 "Zeit online", "Shell zahlt die Verantwortung weg", "sueddeutsche.de". Befragte Jugendliche konnten zwar spontan mit dem Namen "Shell", aber auch nach längerem Nachdenken nichts mit dem Ken Saro-Wiwas anfangen: Welche Verbindung gab es zwischen ihm und dem Mineralölkonzern?