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INHALT

Ausgabe Dezember
Heft 06/1998
Leider vergriffen!
Legionäre Roms
Beinahe in jeden Winkel der in der Antike bekannten Welt trugen die Sandalen ihre Legionäre. Ohne sie und ihre Disziplin und ihren Kampfgeist bliebe die Expansion des Römischen Reiches undenkbar. Ihren Sandalen folgten Straßen, Städte, römische Lebensart und lateinische Sprache auf dem Fuße. Der militärischen Eroberung fügten die Legionäre Roms die... mehr
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Marcus Junkelmann
Imperium et pax
Roms Legionen - Eroberer eines Weltreichs, Hüter des Friedens?
Imperialismus, Militarismus, Pazifismus, die drei emotionsgeladenen Begriffe, mit denen wir Grundhaltungen zu Krieg und Frieden bezeichnen, sind der Sprache der Römer entnommen. Keine andere Armee hat auf den Gang der Weltgeschichte
einen so tiefgreifenden und dauerhaften Einfluß ausgeübt wie die römische. Die Legionen der Republik eroberten den gesamten Mittelmeerraum,
Nordwesteuropa, Nordafrika und einen Großteil
dessen, was wir heute den Nahen Osten nennen.
Die Armee des Kaiserreichs verteidigte dann dieses
Imperium über Jahrhunderte hinweg und sicherte
damit die friedliche Entwicklung einer hellenistisch-römisch geprägten übernationalen Weltordnung.
Diese bildete das Fundament und das Modell der weiteren politischen und kulturellen Geschichte Europas.
Sylvia Fein
Arbeit, Drill, Vergnügen
Der Alltag im Legionärslager
„Die Legionäre litten zweifellos mehr unter der Isolation und der Langeweile als unter dem Feind.“
Auch wenn dieser Kommentar des französischen Historikers Picard sicher überspitzt ist, so ist doch gewiß, daß die römischen Soldaten ihre meisten Dienstjahre in Friedenszeiten in einem befestigten Militärlager verbrachten. Die Bedingungen müssen weitestgehend zufriedenstellend gewesen sein, sonst hätte sich die Rekrutierung der Truppen aus überwiegend Freiwilligen nicht über die Jahrhunderte halten können.Wie sah der Tagesablauf eines Soldaten in einer Grenzprovinz aus?
Christoph R. Hatscher
"Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft"
Zum machtpolitischen Charakter der Beziehungen zwischen römischen Feldherren und ihren Legionären
Schon Scipio der Ältere verteilte großzügig Geschenke unter seinen Soldaten. Entsprechend
groß waren dort seine Beliebtheit und sein Ansehen. Zum regelrechten „Mittel der Politik“
entwickelten sich die Beziehungen zwischen Feldherren und Legionären aber erst im letzten
Jahrhundert der Republik: Römische Heere verwandelten sich zusehends inmarianische,
sullanische, pompeianische oder caesarische Armeen. Ihre Feldherren wurden zu charismatischen Führern, die Legionäre
zu ihrer Gefolgschaft.
Klaus Janssen
Ein Stein gewordener Kriegsbericht
Die Trajanssäule in Rom
Als einen in Stein gefaßten Kriegsbericht – so könnte das Reliefband der Trajanssäule
bezeichnet werden, die seit fast 1900 Jahren das Trajansforum in Rom überragt und zu den
besterhaltenen Zeugnissen der römischen Antike gehört. Die Säule erzählt von den Erfolgen
eines Kaisers, aber auch von den Mühen des Legionärslebens.
Lothar Wierschowski
"Nicht Geschlecht, nicht Alter fanden Mitleid"
Eroberung, Plünderung, Gewalttätigkeit römischer Legionäre
Daß Kriege in der Antike mit aller Härte geführt wurden, ist eine weitgehend unberücksichtigte
Tatsache. Während in Schulbüchern und Geschichtsatlanten die Opfer neuzeitlicher Kriege
oft ausführlich aufgelistet werden, fehlen derartige Informationen für das Altertumfast vollständig. Nahezu unerwähnt bleiben besonders die Verluste
unter der Zivilbevölkerung. Zu sehr steht dieMeinung im Vordergrund, daß das kriegerische
Geschehen eine Sache gewesen ist, die zwischen Soldaten – Mann gegen Mann – auf dem
Schlachtfeld ausgetragen wurde. Die Realität sah aber ganz anders aus: Die Masse der Opfer stellte
die Zivilbevölkerung, gegen die mit großer Grausamkeit und Gewinnsucht vorgegangen wurde.
Claudia Lewark
Die Maultiere des Marius
Rüstung und Ausrüstung eines römischen Legionärs
Diese Unterrichtsstunde soll Schülerinnen und Schülern einen Einblick in die vielfältigen Aufgaben, die von einem römischen Legionssoldaten auf dem Marsch täglich verrichtet werdenmußten, und in die hierfür notwendigen zahlreichen Gerätschaften ermöglichen.
Burkard Chwalek
25 Jahre Militärdienst - und was dann?
Das Militärdiplom des Mucapor (90 n. Chr.)
Zur alltäglichen Unterrichtsarbeit gehört die Auswertung von Militärdiplomen gewiß nicht. Dennoch stellen sie historische Quellen von hohem Rang dar. Sie sind ebenso exakt datierbar, wie sie Auskunft geben über die zur Zeit ihrer Abfassung in
der entsprechenden Provinz stationierten Auxiliareinheiten und deren Kommandanten. So gewähren diese Diplome gleichsamals Momentaufnahme Einblicke in die mitunter
bemerkenswert heterogene Zusammensetzung der römischen Armee der Kaiserzeit: Sie können Einsichten in möglicherweise daraus resultierende Probleme, aber auch in Folgen und Perspektiven erfolgreicher Integrationspolitik eröffnen.
Marcus Junkelmann
Der Montefortinohelm
Ein Helm als Indikator der militärischen und sozialen Geschichte der römischen Republik
Wer kennt sie nicht, die vergoldeten und reichdekorierten Helme aus Asterix und Ben Hur? Selbst die Römer haben ihre Soldaten auf zahlreichen Reliefs so dargestellt. Wie diese Helme, Gebrauchsgegenstände und Produkte einer Kriegswirtschaft, in der Wirklichkeit aussahen, wird in diesem beitrag vorgestellt.
Lothar Wierschowski
Das hat Geschichte gemacht
Dulce et decorum est pro patria mori
Dichterische Fiktion oder römisches Soldatenethos
„Süß ist’s und ruhmvoll, stirbt man für’s Vaterland“.
Dieser Vers des Horaz (Oden = carmina III 2,13) galt lange als Zeugnis für die Bereitschaft der jungen Römer, jederzeit begeistert in den Krieg zu ziehen und dort bis zur letzten Konsequenz für
das Imperium zu kämpfen. Tatsächlich handelt es sich allenfalls um eine Wunschvorstellung, die Horaz in einer Zeit formuliert hatte, in der das
kriegerische Ideal Roms zunehmend in Frage gestellt wurde. Es war also das genaue Gegenteil dessen gemeint, was die Nachwelt in die Aussage
hineininterpretiert hat.
Susanne Künzl
Das kanonische Bild
AUGUSTUS - ein neues Bild für einen neuen Herrscher
Zur Panzerstatue des Augustus von Primaporta
Die Panzerstatue des Augustus von Primaporta ist für moderne Betrachter der Inbegriff des antiken Herrscherporträts. Ihre Stellung in der Geschichte des römischen Kaiserporträts ist dagegen eher untypisch. Unter Augustus wurden diese Darstellungen zum Träger einer präzise definierten Propagandaaussage für das Individuum, das sich damit nach eigenem Willen präsentieren konnte.
Antonius Schulte
Geschichte vor Ort
In Vestigiis Hannibalis - Auf Hannibals Spuren
Erlebte Geschichte - ein fächerverbindendes Projekt
Den Tagträumen mancher Schülerinnen und Schüler zum Durchbruch zu verhelfen, der
Enge der Schulstube zu entfliehen und ein Gegengewicht zur Kopflastigkeit mancher Unterrichtsstunde zu bilden, war Ziel eines erlebnisorientierten Unterrichtsprojektes: auf
Hannibals Spuren über die Alpen. Der Livius-Bericht und weitere antike Informationen
über die berühmte Alpenüberquerung sollten vor Ort nacherlebt und überprüft werden. Mit Unterstützung der Fächer Geographie, Latein und Organisationslehre sollte Geschichte lebendig werden.