Sie befinden sich hier: /Aktuell/Inhalt Heft 05-99
INHALT

Ausgabe Oktober
Heft 05/1999
Leider vergriffen!
Aufklärung
Die Aufklärer glaubten an die Macht der Vernunft, sie vertrauten darauf, dass die Fähigkeit des Menschen, sich seiner Vernunft zu bedienen, auf Dauer zu Handlungen führen müsse, die ein vernunftorientiertes Zusammenleben aller Menschen möglich machen würden. Anhand vieler und vielfältiger Beispiele, insbesondere aus dem Bereich der Alltagsgeschicht... mehr
Online-Archiv
Hilfe und Informationen zum Download
Online-Archiv
Anmelden
Artikel kaufen
Hilfe zum Download
Peter Albrecht
Das hat Geschichte gemacht
"Wie hältst Du es mit der Blatterninokulation?"
Eine "Gretchenfrage" im 18. Jahrhundert
„Nun kömmt es darauf an, was Moral und Religion auf die Fragen antworten: Darf der Mensch unter den Gefahren, die für sein Leben möglich sind, die geringere der grössern, die ungewissere der
gewisseren vorzuziehen? Darf er sich in jene begeben, weil er viel dabey erhoffen darf; weil er
viele sichre Mittel wider sie in seiner Gewalt hat, um sich vor einer Gefahr in Sicherheit zu setzen, bey welcher er sich nur mit einer schwachen Hoffnung der Errettung schmeicheln kann, auch nicht so vieler Mittel wider sie mächtig ist? Sündigt er, wenn ers thut, oder ist es ihm erlaubt? Kann man also die Inoculation ohne Versündigung
billigen, und muß man sie anrathen, und befördern,
oder nicht?“ Medizin und Aufklärung, Diskussion um Vorsorgemöglichkeiten, Grundlagen für die Akzeptanz der "modernen Medizin" .
Ernst Hinrichs
Universeller Vernunftoptimismus?
Das Zeitalter der Aufklärung
Die Aufklärer glaubten an die Macht der Vernunft,
sie vertrauten darauf, dass die Fähigkeit des Menschen, sich seiner Vernunft zu bedienen,
auf Dauer zu Handlungen führen müsse, die ein vernunftorientiertes Zusammenleben aller Menschen möglich machen würden. Die Aufklärung als Epoche ging im Zeitalter der Französischen Revolution zu Ende, ihre Ideen und Errungenschaften wirkten aber tief ins 19. und 20. Jahrhundert hinein.
Uwe Sieg
Kontinentale und globale Zielsetzungen
Frankreich und England auf dem Wege zur Weltpolitik
Spätestens mit dem Beginn des 18. Jahrhunderts trafen die kolonialen Interessen der beiden
europäischen Großmächte Frankreich und England
vehement aufeinander. Beide Staaten sahen ihre
zunächst vorwiegend auf Europa konzentrierte Außenpolitik zunehmend auch unter globalen
Aspekten, so dass zu fragen ist, ob und inwieweit sich die außenpolitischen Schwerpunkte beider Königreich verlagerten.
Armin Hemberger
Wirtschaften, Wirtschaft und Wirtschaftstheorien
Merkantilismus und Gegenkonzepte in der Aufklärung
Wirtschaftskonzepte im 18. Jahrhundert, Merkantilismus in Frankreich, England und Deutschland, Physiokratie, Liberalismus.
Karin und Karlheinz Lau
Friedrich II. – Aufgeklärter Monarch oder Macchiavellistischer Machtpolitiker?
Auch mehr als 200 Jahre nach seinem Tod wird Friedrich der Große von Preussen im Geschichtsbewusstsein der Deutschen unterschiedlich beurteilt; die Spannbreite reicht von zynischen Machtpolitiker und Militär, der widerrechtlich das österreichische Schlesien überfiel und es Preußen einverleibte und der 1772 maßgeblich an der ersten Teilung Polens beteiligt war, bis hin zum aufgeklärten Monarchen und „ersten Diener seines Staates“, der sich bis zur Selbstaufgabe um alle Details des Königreiches persönlich kümmerte. Eine auch in heutiger Sichtweise widersprüchliche Persönlichkeit!
Jürgen Rettberg
Der "Hallesche Geist"
Universitätsgründungen der Aufklärung
Neu gegründete Universitäten wie z.B. Georgia Augusta in Göttingen ermöglichen ein freieres, von Vernunft und Empirie geleitetes Studium, Bedeutung des Landesherren, neue Universitäten sind Kennzeichen des aufgeklärten Absolutismus .
Bernhard Askani
Ein "Noth- und Hülfsbüchlein für Bauersleute"
Volksaufklärung in der Landwirtschaft am Ende des 18. Jahrhunderts
Das „Noth- und Hülfsbüchlein für Bauersleute“, ein Bestseller des ausgehenden 18. Jahrhunderts,
erlaubt nicht nur Einblicke in Ziele, Möglichkeiten
und Mittel der Volksaufklärung. Das Büchlein gibt zugleich auch ein anschauliches Bild der
bäuerlichen Lebensverhältnisse in einer noch ganz agrarischen Welt. Schließlich ist es, geschrieben
für ein wenig gebildetes und kaum lesekundiges Publikum, auch eine leicht verständliche Quelle für Schülerinnen und Schüler aller Schularten.
Karin Lau
"Den Samen der Tugend ... in junge Herzen auszustreuen"
Pädagogische Literatur der Aufklärung
Der Begriff „Pädagogische Literatur“ hat mehrere Facetten, die die großen Anstrengungen des Jahrhunderts auf dem Gebiet der Erziehung widerspiegeln. Neben Sachtexten zu theoretischen
wie praktischen Fragen von Erziehung und Unterricht finden wir Handreichungen für die „Schul-Meister“, die zugleich vielfach die eigentliche
Kinder- und Jugendliteratur darstellen. Schließlich bezeugen Reglements und Schulordnungen
die Entschlossenheit von Monarchen und Ministern,
der aufgeklärten Pädagogik zum Durchbruch zu verhelfen: Es ist die Geburtsstunde des staatlichen Schulwesens.
Ingo Juchler
Von Tanzbären, Affen, Wahrheiten und Albträumen
Literatur der Aufklärung – ein fächerübergreifendes Projekt mit dem Deutschunterricht
Die gesellschaftsverändernden Ideen der Aufklärung fanden in der Literatur ein besonders
geeignetes Medium des Ausdrucks. Nicht selten sind
im „Zeitalter der Vernunft“ Philosoph und Literat in einer Person anzutreffen. Zugleich gerät die Literatur jedoch auch zum Vexierspiegel der Ambivalenz von aufklärerischem Denken und dessen geschichtsmächtigen Auswirkungen.
Vor diesem Hintergrund bietet sich die Einbeziehung
von literarischen Quellen im Rahmen eines Projekts
mit dem Deutschunterricht für die historische Beschäftigung mit der Aufklärung an.
Johanna Seebacher
"Die Frau ist frei und gleich an Rechten..."
Die Forderung nach Frauenrechten in der Aufklärung
Widersprüchlichkeit der Aufklärung zeigt sich bei Situation und Rolle der Frau in Politik und Gesellschaft, Gleichheit oder Ungleichheit?, "Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin" .
Volker Schult
Gegensätzliche Welten
Mode als Ausdruck von Vernunft und Vorrecht
Die „Zerrissenheit“ der Epoche der Aufklärung im 18. Jahrhundert lässt sich im Unterricht sehr eindrucksvoll durch die Entwicklung des
Modeverhaltens veranschaulichen. Kleidung, Frisur und Modegetränke wie Tee und Schokolade verdeutlichen zudem die Gleichzeitigkeit des
Ungleichzeitigen dieser Zeit besonders prägnant.
Im merkantilistisch-absolutistischen Frankreich des Rokoko galt Mode als Privileg des Adels, im kapitalistisch-parlamentarischen England hingegen als Ausdruck puritanisch-bürgerlicher Nüchternheit.
Sergiusz Michalski
Auf Spurensuche
Himmelsmechanik, Natur und Aufklärung.
Über Etienne-Louis Boullées Newton-Kenotaph
Etienne-Louis Boullée, französischer Revolutionsarchitekt und glühender Verehrer
Newtons, entwarf für den herausragenden Mathematiker und Naturwissenschaftler seiner Zeit ein Kenotaph, das nicht als Grabmal, sondern
als überdimensioniertes Denkmal fungieren sollte.
Die künstlerischen Ideen Boullées, aber auch seine
Einstellung zur Philosophie der Aufklärung, zeigten
sich hier in einer vollendeten, vollkommenen Form.
Ausgeführt, wurde dieses gewaltige Denkmal, welches ein Abbild des Universums darstellen sollte, aber nie.
Renate Reischer
Das kanonische Bild
Der König als Bürger?
Adolph Menzel: Flötenkonzert Friedrichs des Großen in Sanssouci (1850–1852)
„Menzels Illustrationen der Kuglerschen Biographie
Friedrichs des Großen, das Flötenkonzert von Sanssouci, der Alte Fritz zu Pferde – das war bereits nationales Gemeingut, Bilder, die in jedermanns Kopf erschienen, wenn die Erinnerung an deutsche Größe beschworen wurde.“